Deutschlands Mitte Motorradtour


Deutschlands Mitte Motorrad Tour
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Vom Taunus zum Neckar

Es ist der Hausberg der Rhein-Main-Biker und der bekannteste Bikertreff in Hessen, der Große Feldberg im Taunus. Die 880 Meter hohe Erhebung ist der Ausgangspunkt unserer Route durch die Mitte Deutschlands. Die einfahrenden Bikes aus Richtung Frankfurt haben die legendäre Applauskurve unterhalb des Feldbergplateaus mit mehr oder weniger Beifall bereits hinter sich gebracht. So mancher Investmentbanker aus Mainhattan holt sich hier inzwischen ersatzweise die Anerkennung, die er früher für saftige Renditen erhielt.

Mit dem Gefühl, diese Atmosphäre aufzusaugen, durchfahren wir eng gezirkelte Kurven, immer den Hinweisschildern in Richtung Weilburg folgend. Dies führt uns ins romantische Weiltal, das die Gangart von sportlich auf entspannt reduziert. Kurz darauf treffen wir in Braunfels ein, das wie so viele Taunusorte mit historischem Gemäuer und einladendem Fachwerk gefällt. Wir sind mit Bikerwirt Richard Böhm verabredet, der hier den gerne angefahrenen Treffpunkt Am Turm betreibt. Zunächst lassen wir uns die ANSCHLUSSTOUR 1 von ihm vorstellen, dann schwingt er sich auf seine Guzzi und führt uns in Richtung unserer nächsten Zielregion, dem Vogelsberg. Richard bewegt das Traditionsbike recht flott und belegt wieder einmal, dass es bei kurvenreichen Straßen schwer ist, an einem guten 2-Zylinder-Biker dranzubleiben.

Bild: Deutschlands schönste Seiten: Deutschlands Mitte

Fahrt entlang des erloschenen Vulkans

Sportliche Bikes sind hier oben traditionell in hoher Anzahl anzutreffen. An den Straßen und in den Ortschaften rund um den Feldberg verharrten bis zum letzten Lauf im Jahr 1954 einst tausende Rennsportbegeisterte bei den legendären Motorsportveranstaltungen.

Bereits in den Ausläufern des Vogelsbergs deutet sich an, was auf Europas größtem erloschenen Vulkan an Motorradspaß zu erwarten ist. Mit Bernd Gärtner, seines Zeichens Motorradhotelier und Vorsitzender der Motorrad Touristik Vogelsberg, treffen wir uns deshalb auf dem historischen Marktplatz von Laubach zum Kaffee. Genau an diesem Ort eröffnete Konstrukteurslegende Friedel Münch im Jahr 2004 die Motorradstraße Deutschland (MSD). Bis vor wenigen Jahren wirkte der Mammutmann noch hier in seinem Motoren Museum, bis er aus Alters- und Gesundheitsgründen aufhören musste.

Bernd legt uns die gut gemachte Motorrad-Tourenkarte seines Vereins vor, empfiehlt uns ANSCHLUSSTOUR 2 und schließt sich mit seiner 1200er GS unserer kleinen Gruppe an, um über die berühmtberüchtigte B 276 nach Schotten zu gelangen. Vorbei am größten Vogelsbergtreff, dem Falltorhaus, drehen wir eine Runde auf den öffentlichen Straßen des legendären Schottenrings. Einmal im Jahr wird zum Schottenring Classic Grand-Prix in der Stadt ein Kurs aufgebaut, der für Vibrationen der besonderen Art sorgt und den jeder Fan von historischem Motorsport besuchen sollte.

Fahren wo andere fliegen

Wir verabschieden uns von Richard und Bernd, nehmen Kurs auf die Rhön und sind wenige Zeit später von der abrupten Landschaftsänderung überrascht. Die Rhön wirkt rauer, Gefälle und Steigungen haben teilweise alpinen Charakter. Wir steuern unsere Bikes auf die Wasserkuppe, dem Segelfliegermekka Deutschlands. Knapp tausend Höhenmeter misst Hessens höchste Erhebung. Die startenden Sportflugzeuge, mit oder ohne Segler im Schlepp, faszinieren uns. Im nahen Segelflugmuseum erweitern wir unsere Kenntnisse über dieses Hobby, dem wohl ähnlich wie bei uns Bikern, der Wunsch nach Freiheit und Grenzenlosigkeit inne wohnt. Wir sind mit Matthias verabredet, der mit seiner R 80 GS Basic bereits auf uns wartet und der uns als Guide über attraktive Rhönbuckel nach Mellrichstadt in sein Hotel Sturm führen will. Die Landschaft ist ein Traum, nur bei manchen Straßen behindert das Steißbein das Weiterträumen ein wenig.

Kaum haben wir die Bikes vor dem motorradfreundlichen Haus abgestellt, kommt wie von Zauberhand eine Fee in Form einer Bedienung auf uns zu und überreicht uns ein Begrüßungsbier. Beim ausgezeichneten Abendessen erklärt uns Matthias, dass das Sturm seit kurzem zertifiziertes Biohotel ist und daher besonders auf die Herkunft, Verarbeitung und Qualität der angebotenen Speisen und Getränke geachtet wird. Wir finden es gut, dass man sich als Biker im Biohotel wohlfühlt und können auch unter den anderen Gästen keine Aktivisten mit Frosch-über-die-Straße-Träger-T-Shirt entdecken. Auf dem Parkplatz vor dem Haus befinden sich keine Fahrräder und auch keine Sieben-Meilen-Stiefel. Offensichtlich sind die anderen Biohotelbewohner auch spritfressend angereist, na hoffentlich wenigstens mit E10.

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Ein Abschnitt auf der Deutschen Märchenstraße

Als Kenner der Drei-Länder Region Hessen-Bayern-Thüringen hat uns Matthias die ANSCHLUSSTOUR 3 erstellt. Auf uns wartet aber jetzt mit dem nördlichen Spessart eine der waldreichsten Regionen Deutschlands. Vorbei am mondänen Bad Brückenau kommen wir kurz von unserer geplanten Route ab und stehen plötzlich vor dem Traum eines jeden Enduristen. Eine voll geschotterte öffentliche Straße mit einem dazugehörenden Hinweisschild, das 10 Kilometer legales Staubschlucken ankündigt. Wir verzichten zu Gunsten sauberer Bikes und Klamotten auf die Einnebelung und nehmen Steinau, eine der vielen schönen Städte der Deutschen Märchenstraße, ins Visier. Allerdings machen in diesem Moment die kreischenden Ausflugsschüler rund um Märchenbrunnen, Teufelshöhle und Marionettentheater wenig Lust auf länger bleiben. Umso mehr genießen wir kurz darauf im bekannten Landgasthof Zum Bäcker die Bauernente und lassen uns vom motorradfreundlichen Wirt die ANSCHLUSSTOUR 4 vorstellen.

Da wir heute noch den Odenwald auf dem Programm stehen haben, verzichten wir auf das Dessert, geben unseren Stahlrössern ein wenig mehr Feuer und bewegen uns gen Süden. Ab der bekannten Kurstadt Bad Orb folgen wir dazu etwa 35 Kilometer der MSD-Südroute und sind nicht nur von den großteils mittelstreifenfreien Straßen, sondern auch vom fast nicht vorhandenen Verkehr begeistert. Nachdem wir mit dem Kulturstopp am Wasserschloss in Mespelbrunn unserer Weiterbildungspflicht nachgekommen sind, verzichten wir auf die Mainperle Miltenberg und entscheiden uns für einen Pott Kaffee bei Heiko Beck in Wildensee. Der Inhaber des Hotels Waldfrieden schraubt begeistert an alten Zündapps herum und ist auch sonst Motorradfachmann. Also, her mit ANSCHLUSSTOUR 5, Heiko!

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Endlich am Neckar

Jetzt aber nichts wie auf die Piste und los in Richtung Neckar, denn unweit der bekannten Burg Hirschhorn wollen wir die Tour in Armin Beisels Weinkeller würdig ausklingen lassen. So überqueren wir den Main in der Nähe des wohlklingenden Amorbach und bekommen auf einer herrlichen Kurvenpiste die ersten positiven Eindrücke vom Odenwald. Über das wegen seines historischen Rathauses weithin bekannte Michelstadt, sind die letzten Kilometer zu unserem Hotel eine einzige Kurvenorgie.

Mit dem Felsenmeer, dem Motorradmuseum Michelstadt und Treffpunkten wie dem Maarbach-Stausee verfügt die sagenumwobene Region über lohnenswerte Stopps, die uns Armin am Abend im Gewölbekeller seines Landgut-Hotels Zum Hirschen mit der ANSCHLUSSTOUR 6 bikergerecht verbindet. Wir stoßen mit ein paar edlen Tropfen auf die gelungene Reise durch Deutschlands Mitte an und sind auch diesmal wieder von den Motorradmöglichkeiten in unserer Republik begeistert.

MSD

Weiteres Tourenmaterial

Hinweis zum Kartenmaterial

Um die Nachfahrbarkeit unserer Tourenvorschläge zu gewährleisten, bieten die hier angebotenen gpx-Downloads eine hohe Wegpunktdichte und sind mit dieser Datenmenge nicht auf jedem Navisystem direkt darstellbar. Zur Bearbeitung kannst du diese gpx-Dateien in das für dein Navigationsgerät passende Routenprogramm importieren und dann in für das Gerät verdauliche Portionen aufteilen. Die endgültige Dateigröße ist dann abhängig vom Navi-Modell und der zugehörigen Software-Version. Solltest du keine Routensoftware besitzen, lässt sich diese Datei auch in den gängigen Online-Routensystemen bearbeiten. Diese bieten für nahezu alle Geräte auf dem Markt die passenden Konvertierungstools.

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