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Italien: Dolomiten – Südtirol – Trentino Motorrad Tour

[image: Italien: Dolomiten – Südtirol – Trentino]
[image: Tourdaten]

Kilometer | Tage | Höhenmeter

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Start der Motoren in den Dolomiten

Die Dolomiten, von uns Motorradfahrern auch liebevoll die „Dolos“ genannt, gehören zu den beliebtesten Bikerzielen in den Alpen. Steile Felsriffe mit zackig auslaufenden Spitzen prägen das einmalige Erscheinungsbild der norditalienischen Gebirgskette. Unser Touren-Ausgangsort ist Campitello di Fassa, wo wir uns in doppelter Hinsicht im Paradies befinden. Zum einen sind wir von traumhaften Pässen umgeben, zum anderen heißt unser Motorradhotel „Gran Paradis“. Gestern hatten wir mit Hotelier und Monsterfahrer Bernd detailliert unsere Dolomitenrunde geplant und dabei einige fantastische Weine probiert, die im beeindruckenden Gewölbekeller fachgerecht gelagert werden. So starten wir jetzt in Richtung Canazei und werden bereits wenig später beeindruckend in die Höhe katapultiert. Der Fedaia-Pass ruft und wir antworten mit kernigem Sound. Auf knapp über 2.000 m wartet dann der Fedaia-Stausee, der eingerahmt von Dolomitengestein immer wieder zu Erinnerungsfotos motiviert. Jede Menge Fotoinspirationen bietet auch unser nächster Pass, der Falzarego. Da haben die Straßenbauer für eine ideale Kombination aus Schräglage und Blickfang gesorgt. Geil steil bauen sich die bizarren Felswände vor dem Biker auf und sorgen am Bikertreff auf der 2.100 m hohen Passhöhe für jede Menge Gesprächsstoff.

[image: Italien: Dolomiten – Südtirol – Trentino]
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50 Kehren auf 15 Kilometer

Nach dem Kollegenplausch, kombiniert mit einem guten Kaffee, geht es downhill in Richtung Cortina d‘Ampezzo. Den einstigen Olympiaort, der auch schon als James-Bond-Kulisse diente, lassen wir kurzer Hand links liegen, später heißt: „Wow, hier kommt der Giau“, und der kommt gewaltig. 50 Kehren auf 15 Kilometer lassen erahnen, wie oft unsere Bikes gerade stehen. Gehört der Giau noch zu den bekannteren Bergstraßen der Dolomiten, befahren wir jetzt mit den Windungen hinauf zur Forcella Staulanza und dem darauf folgenden Passo Duran nicht gerade den Mainstream der Region. Teilweise interressante Asphaltierung, spitze Kehren und schmale Straßen erfordern harte Arbeit am Lenker, die offenbar nicht jeder liebt. Wir sind inzwischen kurvensüchtig, und damit wir keine Entzugserscheinungen bekommen, hält das Trentino weitere Kurvenkracher bereit.

Schnell wird der Rollepass zum „Rock'n'Rolle“ umgetauft, denn das Bike windet sich wie einst die Schmalzlockengeneration. Da ist der durchaus nicht unattraktive Passo Brocon fast schon Entspannung, zumal wir die Straße fast für uns alleine haben. Über 30 km meditativer Fahrspaß lenken unsere Gedanken schon langsam in Richtung Abendessen und Feierabendbier. Da haben wir allerdings die Rechnung ohne den Passo Manghen gemacht, der uns noch einmal richtig fordert. 25 teilweise enge Kehren und nicht immer einwandfreie Straßenbeläge, machen den knapp 2.000 m übersteigenden Übergang zum Tipp für robuste Alpenfreaks, die es gerne mal krachen lassen. Das Lavaze-Joch und der Karerpass dienen fast schon zur Regeneration. So fahren wir zwar entspannt, aber auch mit dem Gefühl, heute eine sportliche Höchstleistung vollbracht zu haben im Castel Latemar ein, wo uns „Schlossherr“ und Bikerwirt Hans herzlich begrüßt. Das beeindruckende und urige Bauwerk ist eine stilechte Bleibe für uns Kurvenritter. Beim leckeren Abendessen erzählt uns Hans, dass er morgen mit seinem Kollegen Roland vom „Nigglhof“ und einigen Motorradgästen eine Sonnenaufgangstour unternimmt und lädt uns ein, daran teilzunehmen.

[image: Italien: Dolomiten – Südtirol – Trentino]
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Südtiroler Stadtleben genießen

Wir nehmen das Angebot gerne an, auch wenn die Nacht bereits um 4.30 Uhr vorbei ist. Es ist a…kalt, aber trocken. Die Kälte vertreibt die Müdigkeit recht schnell, vergleichbar mit der Tatsache, dass Kopfschmerzen schnell verschwinden, wenn man sich mit einem Hammer kräftig gegen das Knie haut. Was wir dann allerdings erleben, ist gigantisch. Wie in einem Science-Fiction-Film stehen wir in einer Nebelkulisse, die langsam durch eine ufogleich aufsteigende Sonne von Licht durchflutet wird. Noch lange sprechen wir beim nachfolgenden Frühstück über diesen für jeden Teilnehmer unvergesslichen Moment. Wir räumen unsere Zimmer, machen unsere Bikes reisefertig und durchfahren kurz darauf mit dem Villnösser- und dem Lüsener-Tal die immer wieder beeindruckende Bergwelt Südtirols. Brixen, die Hauptstadt des Eisacktals, lädt jetzt zum Kulturstopp. Wir genießen die Atmosphäre am Domplatz, wo bei einem Cappuccino original Südtiroler Stadtleben, wie in einem riesigen Freilichttheater, für uns aufgeführt wird. Spätestens am Würzjoch ist Schluss mit der Bummelei, denn der über 40 km lange Kurvenmix hat es in sich. Tolle Kehren, ständige Richtungswechsel, aber nie gemein und hinterhältig. Trotzdem sollte Biker sich hüten, die Konzentration zu vernachlässigen, denn trotz wenig Verkehr sollte auf ein Russisch-Roulette mit der Gegenfahrbahn verzichtet werden. Da uns Brixen beeindruckt hat, stoppen wir auch in Bruneck. Eine tolle Fußgängerzone mit einladenden Läden jenseits von Handy, Burger und Ramsch ist die Belohnung. Einzig und alleine die Beladungskapazität unserer Bikes verhindert den Kauf toller Schuhe und grandioser Klamotten.

Über den wenig bekannten Furkelpass und das umso bekanntere Grödner Joch nehmen wir wieder Kurs auf’s Paradies, wo uns Bikerwirt Bernd freudig begrüßt. Fertig? Nein – natürlich haben wir die Sellarunde nicht vergessen! Diese fahren wir am nächsten Tag, zweimal, einmal im und einmal gegen den Uhrzeigersinn. Sella Vie!

[image: Italien: Dolomiten – Südtirol – Trentino]
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Sonnenaufgangstour und mehr

Um 5 Uhr morgens, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, auf‘s Bike setzen und losfahren? Ja, es kostet Überwindung, aber es wird garantiert ein Erlebnis, das Sie nie mehr vergessen werden. Jedes Jahr in der letzten Septemberwoche bieten die Bikerwirte Roland und Hans in Zusammenarbeit mit dem Magazin MOTORRADSTRASSEN ein Motorradprogramm, das es so nur einmal im Jahr gibt. Dazu gehören neben besagter Sonnenaufsgangstour ein Besuch der Prosecco-Region, ein Törggelen-Abend und viele andere Highlights. Bedingt durch die begrenzte Teilnehmerzahl ist eine frühzeitige Anmeldung nötig.

Brixen und Bruneck

Mit Brixen und Bruneck erwarten den Motorradtourer zwei liebenswerte Städte, die unbedingt besucht werden sollten. Der gelungene Mix aus südtiroler Flair und italienischer Lebenslust machen die Altstädte mit ihren Arkaden zum Bummelgenuss. Ein Cappuccino auf dem Domplatz, ein Gelato in der Fußgängerzone und schon kehrt italienische Gelassenheit ein.

Sellarunde

Der „Grandes mit Vieren“ in den Dolomiten hat einen Namen, die Sellarunde. Grödner Joch, Sella Joch, Passo Pordoi und Passo di Campolongo gehören zum Pflichtprogramm eines Dolomitenbesuchs mit dem Bike. Idealerweise am frühen Morgen oder am späten Nachmittag, wenn Reisebusse und „40-Jahre-unfallfrei-Plakette“-Fahrer von der Piste verschwunden sind, sollte Biker seine Sellarunde ziehen. Tipp: Die Runde in beide Richtungen fahren – macht ein einmaliges Erlebnis zum doppelten Vergnügen.

Weiteres Tourenmaterial

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