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Italien: Fünf-Seen-Motorrad-Tour

[image: Italien: Fünf-Seen]
[image: Tourdaten]

Kilometer | Tage | Höhenmeter

[image: Map]

Tour rund um fünf Seen, inkl. Gardasee

[image: Italien: Fünf-Seen]

Westlich des großen Gardasees verstecken sich jede Menge anderer Gewässer, meist malerisch in den Bergen gelegen. Und eine weitgehend traumhafte Rundstrecke verbindet einige der schönsten Seen zu einem exquisiten Fahrtag. Der Blick von unserem Hotel aus, das auf einem Hügel oberhalb von Torbole liegt, verheißt Gutes. Die Felswände am Westufer werden von der Morgensonne in ein fast unwirkliches Licht getaucht. Also: aufsitzen und abfahren. Fünf Seen, Gardasee eingeschlossen, wollen wir heute ansteuern. Dazu rollen wir zunächst nach Riva hinüber. Leider ist die schmale Bergstraße, die am Hang entlang nach Biacesa hinauf führt, wegen Bauarbeiten gesperrt. Also müssen wir uns gleich zu Beginn durch den neun Kilometer langen Tunnel quälen, der hier schnurgerade dem Fels abgerungen wurde.

[image: Italien: Fünf-Seen]

Abenteuerlicher Straßenbau im Valle d’Ampola

Gleich im Anschluss entschädigt die Einfahrt ins Ledrotal für entgangene Ausblicke. Und

schon nach wenigen Kilometern ist der erste See des Tages, der Lago di Ledro, erreicht. Da es noch zu früh für einen ausgedehnten Aufenthalt ist, machen wir uns nach kurzem Fotostopp wieder auf und erreichen schnell das nächste Hochtal.

Eine Traumstraße zieht sich in Kurven und Kehren durch die manchmal enge Schlucht des Valle d‘Ampola. Ein Blick zurück belegt den teilweise abenteuerlichen Straßenbau. Das schmale Asphaltband scheint hier und da wie an den Berg geklebt. Doch urplötzlich öffnet sich die Enge und gibt den Blick auf Storo frei, zu dem uns die letzten Spaßkehren in wildem Geschlängel hinabführen.

Den folgenden Abschnitt hin zum nächsten Gewässer, den Lago d‘Idro, nutzen wir zum Verschnaufen. Der See, bereits in der Lombardei gelegen, ist bekannt für seine angenehmen Wassertemperaturen, ungewöhnlich für Bergseen. Im Sommer locken hier 25 Grad gerne zum Bad. Jetzt, im September, belassen wir es beim Schauen, nehmen gleich den ersten Abzweig von der Uferstraße und stoßen wieder in Richtung Berge vor.

Bagolino ist unser nächstes Ziel, am Eingang zum Val di Caffaro gelegen. Wir mussten uns für diesen Abschnitt entscheiden, weil wir unbedingt die unendlichen Kurven zu Füßen des Monte Colombine genießen wollten, der sein Haupt 2.155 Meter hoch in den Himmel reckt. Abenteuerlustige finden in der weiter südlich vom Idrosee abzweigenden Route zum Passo di Maniva eine Alternative, die in einem gut sieben Kilometer langen Schotterstück mündet. Das Ziel ist jedoch das Gleiche: der 1.892 Meter hohe Passo di Croce Domini.

Natürlich treffen wir am Scheitelpunkt mit seinem kleinen Café zahlreiche Motorradfahrer. Es ist kurz vor Saisonende, spätestens ab Anfang November ist der Pass für den Winter gesperrt. Einen Espresso später stürzen wir uns auf die steile Abfahrt hinunter ins 1.400 Meter tiefer gelegene Bienno.

[image: Italien: Fünf-Seen]

Die folgenden 20 Kilometer sind wenig erbaulich, aber notwendig. Zur gut ausgebauten Hauptstraße durch das Val Camonica hin zum westlichsten Punkt unserer Etappe, dem Lago d‘Iseo, gibt es keine Alternative. Und so sind wir froh, als wir endlich von der „Rennstrecke“ auf die östliche Uferstraße abzweigen können. Der Zweizylinder der Varadero blubbert sanft vor sich hin, während wir den Anblick des einst von Gletschern geformten Sees genießen. Allerdings müssen wir mit unseren Fotostopps gebummelt haben, denn es ist schon früher Nachmittag. Das bedeutet in Italien: keine Chance auf ein Mittagessen. Ein paar Sandwiches und eine Cola sind zwar kein Ersatz, aber in Sale auf einer Bank mit Blick auf die mitten im See liegende Insel Monte Isola eingenommen, dennoch erträglich.

Und so rollen wir erfrischt weiter bis Iseo, wo wir uns zunächst einmal wieder mit der Suche nach einem Nebenstreckenabzweig befassen dürfen. Schließlich finden wir dann aber doch ein Schild, das uns den rechten Weg nach Polaveno weist. Die folgenden Kurven zum Passo Tre Termine entschädigen für den Aufwand. Mittlerweile haben wir Gardone erreicht. Dieses Tor zum Val Trompia ist als Gartenstadt international bekannt und überraschend groß. Zu unserer noch größeren Überraschung hat der Ort ein paar weitere bemerkenswerte Besonderheiten aufzuweisen. Er ist, mitten im weiten Nichts der östlichen Lombardei, Sitz einer stattlichen Waffenindustrie. Auch das Traditionsunternehmen Beretta, dessen Schusswaffen aus Filmen hinlänglich bekannt sind, ist hier angesiedelt. Die Waffenschmiede gibt es schon seit Beginn des 16. Jahrhunderts.

Erstaunlich genug in diesen globalisierten Zeiten ist die Firma auch nach fünf Jahrhunderten noch immer in Familienbesitz. Ihr ist sogar ein eigenes Museum in Gardone gewidmet.

[image: Italien: Fünf-Seen]

Kleine Gewässer als Begleiter am Wegesrand

Die östlich gelegenen Bergrücken, die schließlich im 1.462 Meter hohen Monte Palo gipfeln, sind unser nächstes angepeiltes Ziel. Eine kleine Straße bringt uns aus dem etwas stickigen Tal heraus in luftigere Höhen, also durchatmen und dem kurvenreichen Verlauf dieses Wegstücks nach Lodrino höchste Aufmerksamkeit widmen.

Dann werden kleine Gewässer zu unseren Begleitern am Wegesrand, Bäche und Flüsse, die uns schließlich ins Val Sabbia bringen und damit an das südlich Ende des schon in den Morgenstunden besuchten Idrosees. Auch jetzt, am doch schon späteren Nachmittag, hat sich der Dunstschleier über dem See noch nicht ganz gelüftet. Während alle anderen Seen der heutigen Tour unter klarem Himmel lagen, scheint hier ein unübliches Mikroklima vorzuherrschen. Dem entfliehen wir erneut in höhere Lagen.

[image: Italien: Fünf-Seen]

Ein neuer Blick mit Aha-Effekt

Die letzte Bergkette vor unserer Kurzzeit-Heimat, dem Gardasee, gilt es noch zu überwinden. Dieser Abschnitt unserer Tour ist ein wahres Schmuckstück. So wie hier sind viele Wege in der Umgebung des Gardasees: Enge, kurvenreiche Straßen schmiegen sich an die Felsen wie Perlenketten an ein wohlgeformtes Dekolleté. Und immer, wenn man denkt, es könnte nicht schöner sein, tut sich hinter einer Kurve ein neuer Blick mit Aha-Effekt auf.

Einer der letzten lässt uns den vierten See dieser Rundfahrt eingehend betrachten: den Lago di Valvestino. Hier schimmern, von einer 124 Meter hohen Mauer angestaut, gut 50 Millionen Kubikmeter Wasser zwischen den Bäumen hindurch. Das erst 1962 mit Fertigstellung des Damms entstandene Gewässer hat die Anmutung eines Fjords, so verwinkelt liegt es zwischen den 1.000er-Gipfeln des Gardaseegebirges versteckt. Es dient als Wasserspeicher für ein Elektrizitätswerk bei Gargnano, wohin wir uns nunmehr aufmachen. Besser gesagt: Wir stoßen auf den Ort hinab. Die Kehren zum Westufer des Gardasees sind ein beliebtes Revier der einheimischen Supermoto-Treiber, die uns denn auch bei der Abfahrt heftig um die Ohren blasen. Es riecht nach verbrannter Gummisohle, die jeweils kurveninneren Stiefel der jugendlichen Ungestümen lassen mächtig Material und Spuren auf dem Asphalt zurück.

Doch auch wenn es die Zeit kaum noch zulässt, mag ich mich diesem Treiben nicht anschließen. Zu wertvoll ist mir meine Begleitung. Auch verspüre ich keinen Drang nach dem ein oder anderen Knuff in die Nierengegend; da lobe ich mir doch die Gelassenheit des Alters. Schade nur, dass uns die einbrechende Dunkelheit von unserem ursprünglichen Beschluss abhält, die Gardesana Occidentale, die westliche Uferstraße, bei Muslone wieder zu verlassen und einen letzten Kurvenritt hinauf in die Berge und wieder hinab nach Campione del Garda unter die Räder zu nehmen. Diesen Abstecher können wir aber aus früherer Erfahrung nur empfehlen – wenn denn genügend Zeit und besseres Licht ist. Stattdessen ziehen wir schnurstracks unseren Weg durch die zahllosen Tunnel, was uns zügig über Limone zurück nach Riva und abschließend wieder nach Torbole bringt. Dort wartet schon ein erfrischendes Bier bei Silvio, unserem Bikerwirt im Aktivhotel Santa Lucia. Der Genuss des kühlen Hopfensaftes lässt das Adrenalin aus unseren Körpern verschwinden und leitet einen Abend voller italienischer Kochgenüsse ein.

[image: Italien: Fünf-Seen]

Monte Isola

Der inmitten des Lago d‘Iseo gelegene Berg ist die größte Insel eines südeuropäischen Binnengewässers. Neun Kilometer Umfang misst die 400 Meter aus dem Wasser aufragende Erhebung. Von Sale aus verkehren im Viertelstunden-Rhythmus Passagierfähren (ohne Motorrad). Und ein Besuch lohnt für jeden, der etwas zeitiger als wir am Iseosee eintrifft.

Der Hafenort Carzano ist ein schmuck hergerichtetes Dorf mit engen Gassen. Nur hier durch zu schlendern lohnt schon den Trip auf die Insel. Eine weitere Besonderheit ist das Fest Santa Croce, das nur alle fünf Jahre – und das nächste Mal eben in 2020 – Anfang September stattfindet. Dann ist der ganze Ort mit tausenden verblüffend echt anmutender Papierblumen geschmückt.

Hintergrund dieser Festivität: Im Mittelalter wütete in der ganzen Region – außer in Carzano – die Pest. Eine Zigeunerin brachte ihren kranken Sohn ins Dorf, und er wurde dort wieder gesund. Zum Dank stiftete die Frau den Einwohnern ein Blumenmeer. Aus diesem Anlass entstand eine der herausragenden Attraktionen Norditaliens.

Dieser Tourentipp wurde von der Redaktion des Magazin ALPENTOURER erstellt. ALPENTOURER erscheint vier Mal im Jahr mit Infos zu den schönsten Motorradtouren zwischen Alpen und Adria.

[image: Alpentourer]

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