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Metall polieren

[HEADER: metall-polieren.]

Wer einen Youngtimer restauriert, ein Custombike gestaltet oder einfach ein Gebrauchtbike aufarbeitet, kommt früher oder später nicht um das Polieren von Aluminium, Stahl oder Chrom herum.

Welches Material soll poliert werden?

[IMAGE: Polierkit, Bohrmaschine, Staubschutz.]

Polierkit, Bohrmaschine, Staubschutz

[IMAGE: Motordeckel Polieren.]

Motordeckel vor und nach dem Polieren

Mit einem Polierkit für die Bohrmaschine (siehe Abb. 1) werden hässlich angelaufene, „verblühte“ Aluteile mitunter schöner als neu, ein schwarz lackierter Motor erhält durch blanke Deckel oder glänzende VA-Schrauben einen interessanten Kontrast und erscheint feiner gezeichnet, Edelstahl-Teile wirken poliert fast wie verchromt. Sollen Stahlteile vom Galvanisierer verchromt werden, ist das Polieren der zeitaufwendigste und somit kostspieligste Teil der Vorarbeit. Wer also ein Polierkit besitzt, damit umzugehen versteht und etwas Arbeitseinsatz nicht scheut, kann sein Bike optisch ein deutliches Stück nach vorn bringen. Der Spaß am „strahlenden“ Arbeitserfolg lohnt die Mühe allemal (siehe Abb. 2)!

Um richtig zu arbeiten, gilt es zunächst, das Material des zu polierenden Werkstücks und dessen Oberfläche zu identifizieren.

Aluminium

[IMAGE: Korrosion.]

Korrosion unterkriecht die Klarlackschicht

Deckel am Motor, Gabeltauchrohre, Armaturen und Bedienhebel, Hinterradschwingen und andere Anbauteile aus Aluminium sind an ihrem geringen Eigengewicht zu erkennen, sie sind nicht magnetisch und häufig lackiert. Schauen Sie die Teile genau an – silbrige Lackierungen am Motorrumpf oder Klarlackschichten an äußeren Deckeln sind oft gar nicht so leicht als solche zu erkennen. Häufig wird die Lackschicht mit den Jahren von Korrosion „unterwandert“ – dann sehen die Bauteile besonders hässlich aus (siehe Abb. 3). Bevor man sie polieren kann, muss die Farbe und die Korrosion gründlich ausgeschliffen werden. Korrosionsnester sind meist tiefer als zunächst erwartet, müssen aber restlos entfernt werden, damit der „Blüh“ nicht wieder hervorkommt.

[IMAGE: eloxierte teile.]

So sehen eloxierte Teile aus

Häufig werden auch farbige oder silberne Eloxierungen eingesetzt, um Aluminium vor der Witterung zu schützen oder das Bauteil optisch hervorzuheben. Diese Beschichtung zeichnet sich durch ein metallisches, leicht mattes Aussehen aus (siehe Abb. 4). Mit der Zeit wird das Eloxal vom Putzen schon einmal fadenscheinig und blass – dann ist es schöner, die Reste mit Schleifpapier zu entfernen und das Bauteil zu polieren.

Alu-Rahmen, Schwingen

Vorsicht ist beim Polieren von modernen Alu-Rahmen und Schwingen geboten. Hier darf nur ganz wenig Material abgenommen werden, um die Teile nicht zu schwächen. Schweißnähte dürfen nicht geglättet werden! Viele TÜVs verlangen Gutachten für einen polierten Rahmen – fragen Sie am besten vor Beginn der Arbeit einen Prüfer Ihres Vertrauens, unter welchen Umständen er eine Eintragung vornehmen würde. Rahmen und Schwingen, egal aus welchem Material, dürfen übrigens nicht verchromt werden. 


Stahl

Teile aus Stahl erkennt man an ihrem vergleichsweise höheren Gewicht, sie sind magnetisch und bedürfen stets einer Schutzschicht, damit sie nicht korrodieren. Deshalb kommt als Alternative zum Lack vor allem das Verchromen oder das Glanzvernickeln in Frage. Gerade Kleinteile bilden verchromt einen hübschen Kontrast zum Lack, große verchromte Teile (etwa Tanks) wirken verchromt hingegen sehr kühl.


Da die galvanischen Überzüge jedoch keine füllenden Eigenschaften haben, müssen die Teile vor der Behandlung sehr sorgfältig poliert werden. Dies ist zeitraubend – leisten Sie die Arbeit in Eigenregie, lässt sich Geld sparen und die Wartezeit beim Fachbetrieb verringert sich. Wichtig ist jedoch, die Teile wirklich perfekt vorzupolieren, damit der Galvanisierer sie nur noch in seine Bäder zu geben braucht! Rahmen und Schwingen aus Stahlrohr dürfen nicht verchromt werden – wohl aber glanzvernickelt. Fragen Sie am besten vor Beginn der Arbeit, ob Ihr TÜV-Prüfer Ihnen diese Änderung einträgt – sicher ist sicher! Auch zu vernickelnde Teile müssen ganz sorgfältig poliert werden – Schweißnähte dürfen nicht glattgeschliffen werden!

Edelstahl

[IMAGE: VA-Schrauben.]

VA-Schrauben und Hutmuttern sind poliert erst richtig schön

Edelstahl ist von Stahl leicht dadurch zu unterscheiden, dass es nicht bzw. nur schwach magnetisch und eben rostfrei ist. Durch Polieren erhält es ein chromartiges, edles Finish (siehe Abb. 5). Die Arbeit ist jedoch aufgrund der Materialhärte etwas mühsam und sollte für besonders gute Ergebnisse mit speziellem Wachs für Edelstahl erfolgen.

Arbeitsvorbereitung

Schleifen und Polieren sind Arbeiten, die Schmutz und Staub mit sich bringen. Neue Polierscheiben fusseln zunächst, das ist normal. Es ist daher ratsam, entweder im Freien zu arbeiten oder einen Raum so vorzubereiten, dass der Staub keinen Schaden anrichten kann. Regale deckt man also am besten mit einer Plastikplane aus dem Baumarkt ab, sonstige gefährdete Gegenstände werden weggeräumt. Tragen Sie entsprechende Arbeitskleidung (z. B. Rothewald Overall), und unbedingt vor dem Gesicht eine Staubmaske und Schutzbrille! Für das Polieren sollte ein Werktisch mit Schraubstock (oder Schraubzwingen), eine Bohrmaschine, eine Einspannvorrichtung für diese und ein Polier-Set sowie Bremsenreiniger zum Säubern zur Verfügung stehen, für die Vorarbeit ferner Nassschleifpapier in Körnungen von ca. 80-600, ggf. auch ein Winkelschleifer mit einer Schrubbscheibe.

Entfernen der Lackschicht

Wer alte Lackschichten und Korrosion nicht durch zeitraubende Schleifarbeit beseitigen möchte, kann dies auch von einem Strahl-Betrieb erledigen lassen. Neben dem herkömmlichen Sandstrahlen gibt es inzwischen zahlreiche andere, materialschonendere Verfahren bis hin zum Trockeneisstrahlen. Nicht vergessen: Mit Sand, Glasperlen oder Walnuss gestrahlte Motorenteile müssen vor der Montage aufs sorgfältigste saubergewaschen werden! Das Strahlgut darf keinesfalls in den Motor gelangen und es ist nicht zu empfehlen, einen Komplett-Motor mit herkömmlichen Strahlgut im Ganzen abzustrahlen, auch wenn man ihn sorgfältig abklebt – nur mit Trockeneis ist dies ungefährlich.

[IMAGE: Abbeizen des Klarlacks.]

Abbeizen des Klarlacks

Wenn es nur darum geht, eine Lackschicht zu entfernen, kann man dies auch von einem Entlackungs-Betrieb ausführen lassen, der den Lack chemisch oder thermisch entfernt. Einzelne oder kleine Teile kann man auch selbst mit einem guten, professionellen Dichtungs- und Lackentferner entlacken (siehe Abb. 6). Mit Nicro 941 Dichtungs- und Lackentferner erzielt man z. B. sehr schnelle und gute Ergebnisse (bei der Arbeit immer Gummihandschuhe tragen). Baumarkt-Abbeizer sind meist für Kfz-Lacke nicht gut geeignet.

[IMAGE: Korrosion und Unebenheiten.]

Zum Entfernen von Korrosion und Unebenheiten

Wer keinen Entlackungs- oder Strahlbetrieb in Anspruch nehmen möchte und kein Entlackungsmittel zur Verfügung hat, kann Lack und Rost auch abschleifen. Die raschesten Erfolge erzielt man z. B. mit einem Winkelschleifer, der mit einer Lamellenschleifscheibe bestückt wird (siehe Abb. 7). Dieser sollte aber nur bei groben Riefen und starker Korrosion verwendet werden. Tragen Sie beim Schleifen mit dem Winkelschleifer bitte einen Atemschutz.

[IMAGE: Dichtfläche durch Abkleben schützen.]

Dichtfläche durch Abkleben schützen

Schwer zugängliche Stellen oder kleinere Teile schleift man von Hand mit Wasserschleifpapier oder mit dem „Dremel“ – Nassschliff verhindert Staubbildung. Wählen Sie die Schleifpapierkörnung mit Bedacht entsprechend der Oberflächenbeschaffenheit des Werkstücks – je gröber Sie anfangen, desto länger dauert der Feinschliff, fangen Sie umgekehrt zu fein an, ist es mühsam, tiefere Unebenheiten zu entfernen. Empfindliche Dichtflächen oder die Innenseiten des Werkstücks sollten vor dem Bearbeiten durch sorgfältiges Abkleben geschützt werden (siehe Abb. 8)! Spannen Sie das Werkstück zum Abschleifen in einen Schraubstock ein oder fixieren Sie es mit einer Schraubzwinge am Arbeitstisch, um sicher arbeiten zu können. Aluteile müssen mit Holz, Pappe oder speziellen Klemmbacken vor den scharfen Kanten des Schraubstocks oder der Schraubzwinge geschützt werden. Bei tragenden Teilen stets daran denken, diese nicht durch den Materialabtrag zu schwächen. Schleifen Sie niemals nur in eine Richtung, sondern im Kreuzgang, und schleifen Sie nicht zu punktuell, um eine gleichmäßige Oberfläche zu erreichen. Achten Sie gerade beim Schleifen mit dem Winkelschleifer sorgsam darauf, dass keine Schleifkuhlen und Riefen entstehen!

Glatt schleifen

[IMAGE: Schleifklotz und Schleifpapier.]

Schleifklotz und Schleifpapier zum Glätten des Werkstücks

Nach dem groben Entfernen von Korrosion und Lack muss die Oberfläche des Werkstücks durch Schleifen mit Wasserschleifpapier fertig geglättet werden – nur ein ebenes Werkstück sieht poliert gut aus, Unebenheiten werden am polierten Teil leider besonders deutlich sichtbar. Verriefte Teile müssen wiederum so bearbeitet werden, dass keine „Schleifkuhlen“ entstehen – dazu nutzt man einen Schleifklotz (siehe Abb. 9). Den Schliff beendet man mit 320er, besser noch mit 600er Nassschleifpapier. Nun sollte eine zwar vom Schleifpapier leicht raue, ansonsten aber ausreichend ebene, gleichmäßige Oberfläche erreicht sein, die blank poliert werden kann.

Polieren

Bohrmaschine

Bohrmaschine mit Klemme am Werktisch fixieren ...

Zum Polieren rüsten Sie die Polierscheiben mit dem Aufspanndorn aus und spannen Sie diesen in die Bohrmaschine ein. Stecken Sie zunächst die grobe Sisal-Vorpolierscheibe auf. Fixieren Sie entweder die Bohrmaschine mit einer speziellen Klammer am Werktisch (siehe Abb. 10) oder fixieren Sie das Werkstück am Arbeitstisch. Das Bohrfutter klebt man ggf. mit einer dicken Schicht Malerband ab, damit es das Werkstück keinesfalls beschädigen kann, auch wenn es mit diesem einmal unbeabsichtigt Kontakt bekommen sollte. Setzen Sie einen Atemschutz und eine Schutzbrille auf, bevor Sie mit dem Polieren beginnen.

[IMAGE: Polierscheibe.]

Mit der rotierenden Polierscheibe Wachs aufnehmen

Nehmen Sie nun das Vorpolierwachs und drücken es gegen die Vorpolierscheibe, bis eine Verfärbung auftritt, während Sie die Bohrmaschine laufen lassen – durch die Rotation nimmt die Scheibe Wachs auf (siehe Abb. 11). Das geht am besten, wenn das Wachs nicht zu kalt ist. Es sollte gute Zimmertemperatur haben, zur Not legt man es zunächst etwas neben die Heizung. Die neue Polierscheibe wird zunächst etwas fusseln, das gibt sich mit der Zeit aber.

Polierscheibe

Werkstück zum Polieren gegen die rotierende Scheibe halten

Hat die Scheibe Wachs aufgenommen, reicht später zum Nachwachsen ein kurzes Andrücken. Das Werkstück wird nun bei mittlerer bis höherer Drehzahl (2500-3000 U/min) und etwas Andruck mit kreisenden Bewegungen poliert (siehe Abb. 12). Um „Kuhlen“ zu vermeiden, arbeitet man von verkratzten Teilflächen aus spiralförmig nach außen. Reinigen Sie mit Bremsenreiniger und prüfen Sie das Arbeitsergebnis. Ist es gleichmäßig, wechseln Sie auf die mittlere (Baumwoll-) Scheibe und das zugehörige Wachs zum Glattpolieren. Letzten Hochglanz auf der glatten Fläche bringt schließlich die feinste Baumwollscheibe zusammen mit der Feinpolierpaste, nachdem das Werkstück abermals mit Bremsenreiniger gesäubert wurde.

Pflege polierter Flächen

Blanke Aluminiumteile pflegt man mit einer Alu-Politur, besonders nach Regenfahrten. Gegen Wasserflecken und „Blüh“ hilft am besten das Einwachsen, zur Not auch das Abwischen mit einem öligen Lappen. Klare Schutzlacke halten auf der glatten Oberfläche nicht sehr gut – bekommen sie dann „Korrosionswürmer“, muss der Lack wieder entfernt und neu poliert werden.

Wer den Pflegeaufwand umgehen möchte, kann Aluteile auch verchromen lassen. Ein handwerklich einwandfreier Dreischichtchrom (Kupferschicht/Nickelschicht/Chrom) hält durchaus auch auf thermisch belasteten Motordeckeln – vorausgesetzt der Untergrund ist rein und porenfrei. Poriges oder ehemals tief eingeblühtes Alu sollte man nicht zum Verchromer geben – die Gefahr, recht bald eine blasige Oberfläche zu bekommen, ist zu groß. Ob man poliertes Aluminium verchromen möchte, ist nicht zuletzt auch eine stilistische Frage – Klassikern, Oldschoolern oder auch auf „pure Technik“ gestylten Bikes steht der echte, warme Ton des unbehandelten Alus häufig einfach besser. Polierter Edelstahl ist in der Pflege ausgesprochen unproblematisch. Feine Kratzer, Wasserflecken oder Verfärbungen (an Auspuffanlagen) entfernt man bei Bedarf mit Edelstahlpolitur, z. B. von Autosol.

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